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Knigge für koreanische Restaurants: Vom Bestellknopf bis zum Self-Service-Buffet

So essen Sie in Korea ohne Verlegenheit wie ein Einheimischer. Wir erklären die Nutzung des Rufknopfes, die „Wasser ist selbst“-Kultur, Stäbchenetikette sowie Bezahl- und Trinkgeldregeln für Reisende.

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Wie ein Einheimischer in koreanischen Restaurants essen

Eine der schönsten Erfahrungen auf einer Koreareise ist das Essen. Doch sobald man ein Restaurant betritt, können das Schild „Wasser ist selbst“ (Self-Service), der rote Knopf an jedem Tisch und das fehlende Trinkgeld-System für ausländische Gäste etwas ungewohnt wirken.

Dieser Leitfaden hilft Reisenden dabei, sich in koreanischen Restaurants sicher zu fühlen und wie ein Einheimischer zu speisen.

Was Sie in diesem Leitfaden lernen:
• Die Bedeutung des „Ding-dong“-Geräusches, Rufknöpfe und smartes Bestellen
• Das koreanische Prinzip „Wasser ist selbst“ und Nachfüllsysteme für Beilagen
• Tischkultur: Von der Position der Reisschale bis zur Stäbchenetikette
• Bezahlmethoden und Koreas „Kein Trinkgeld“-Kultur


1. Die Kunst des Bestellens – Drücken oder Rufen

In vielen koreanischen Restaurants befindet sich in einer Ecke des Tisches ein runder Knopf (Rufknopf). Drückt man diesen, ertönt ein angenehmes „Ding-dong“ und ein Mitarbeiter kommt zu Ihnen.

  • Rufknopf: Drücken Sie ihn, wenn Sie die Speisekarte gelesen haben und bereit sind zu bestellen, oder wenn Sie zusätzliche Beilagen oder Wasser benötigen.

  • Direktes Rufen: In kleineren Restaurants oder traditionellen Lokalen ohne Knopf ist es höflich, kurz die Hand zu heben und „Sajangnim!“ (Chef/Besitzer) oder „Emonim!“ (Tante/Bedienung) zu rufen.

  • Smartes Bestellen: In trendigen Vierteln wie Seongsu-dong oder Hongdae findet man zunehmend Tablets oder Kioske am Tisch, über die man direkt bestellen und bezahlen kann.


2. Tischkultur und grundlegende Etikette

Wenn Sie am Tisch sitzen, ist der erste Schritt das Decken des Bestecks.

Besteck platzieren

Wenn Sie die Seite des Tisches herausziehen, finden Sie eine Schublade mit Löffeln und Stäbchen. Koreaner legen normalerweise ein sauberes Papiertuch auf den Tisch und platzieren das Besteck darauf. Es ist üblich, dass Gäste ihr Besteck selbst eindecken, anstatt darauf zu warten, dass ein Mitarbeiter dies tut.

Etikette während des Essens

  • Reisschale nicht anheben: Anders als in Japan oder China gilt es in Korea als unhöflich, die Reisschale in die Hand zu nehmen. Lassen Sie die Schale auf dem Tisch stehen.

  • Stäbchen nicht senkrecht hineinstecken: Da dies bei Totenritualen geschieht, sollten Sie Stäbchen oder Löffel niemals senkrecht in den Reis stecken.

  • Löffel für Suppe: Es ist üblich, Suppen oder Eintöpfe mit dem Löffel zu essen, während Stäbchen für Beilagen und Fleisch verwendet werden.


3. Das einzigartige System: „Self (Selbst)“

Wenn Sie sich im Laden umsehen, werden Sie häufig Schilder sehen, auf denen „Wasser ist selbst“ oder „Zusätzliche Beilagen sind selbst“ steht.

  • Wasser ist selbst: Anfangs bringt Ihnen ein Mitarbeiter vielleicht Wasser, aber für Nachschub müssen Sie zum Wasserspender gehen.

  • Self-Service-Buffet (Self-bar): Wenn die Beilagen wie Kimchi oder eingelegter Rettich aufgebraucht sind, gehen Sie einfach zum dafür vorgesehenen Bereich und holen Sie sich so viel, wie Sie essen können. Das Nachfüllen ist meistens kostenlos.


4. Trinketikette – Ästhetik mit beiden Händen

Auch beim Trinken von Bier oder Soju mit Freunden gibt es in Korea besondere Umgangsformen.

  • Einschenken: Wenn Sie jemandem Alkohol einschenken, halten Sie die Flasche immer mit beiden Händen. Wenn Sie einem Älteren einschenken, ist es ein Zeichen von Respekt, eine Hand leicht an die Brust zu legen.

  • Annehmen: Wenn Ihnen jemand einschenkt, halten Sie das Glas ebenfalls mit beiden Händen.

  • Kopf abwenden: Wenn Sie mit einer deutlich älteren Person trinken, ist es üblich, den Kopf beim Trinken leicht zur Seite zu drehen, um dem Älteren nicht direkt in das Gesicht zu schauen.


5. Bezahlen und Trinkgeld – Einfach und klar

Einer der angenehmsten Aspekte bei einer Koreareise ist, dass es keine komplizierten Abrechnungen gibt.

  • Kein Trinkgeld: Korea ist ein Land ohne Trinkgeldkultur. Steuern und Servicegebühren sind bereits im Preis auf der Karte enthalten; Sie müssen kein Wechselgeld dalassen.

  • Bezahlen am Tresen: Rufen Sie den Mitarbeiter nicht an den Tisch. Gehen Sie nach dem Essen mit der Rechnung (Bestellzettel) direkt zur Kasse am Eingang.

  • Bezahlmittel: Im Jahr 2026 ist Korea weitgehend bargeldlos. Internationale Kreditkarten, Travel-Wallets und Apple Pay werden in fast allen Restaurants problemlos akzeptiert.

[Local Tipp 1] Kassenbon mitnehmen
Wenn man Sie fragt „Soll ich den Beleg mitgeben?“, nehmen Sie ihn an. Er ist nützlich für Bewertungen auf Naver Maps oder den Nachweis eines Besuchs und hilft, bei Fehlern auf der Rechnung gegenzuprüfen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Muss ich den Teller wie nach einer Spülmaschine leer essen?

A: Nein, man muss nicht alles aufessen. Allerdings ist die koreanische Beilagenkultur sehr ausgeprägt – wenn Sie zu viel übrig lassen, machen sich die Besitzer vielleicht Sorgen, ob das Essen nicht geschmeckt hat. Wenn Sie viel übrig lassen, sagen Sie einfach: „Es hat geschmeckt, aber ich bin satt.“

F: Ich finde es unangenehm, gemeinsam aus einem Suppentopf zu essen.

A: Obwohl dies eine traditionelle koreanische Gemeinschaftskultur ist, ist es mittlerweile sehr natürlich, um einen „separaten Teller“ zu bitten. Fragen Sie einfach nach „A-jeop-si (Vorteller) juseyo“.


Fazit

Koreanische Restaurants können anfangs hektisch und das System komplex wirken, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, wird man den schnellen Service und die großzügigen kostenlosen Beilagen lieben. Drücken Sie selbstbewusst den Rufknopf, bewegen Sie sich für Wasser selbstständig und genießen Sie Koreas Esskultur!

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